Der Weg zum Berliner Mauerbau

Dreieinhalb Millionen Menschen flüchteten insgesamt aus der sowjetischen Besatzungszone in die westlichen Sektoren der Siegermächte.

Dies hatte unterschiedliche Gründe. Allem zugrunde lag aber die Erkenntnis, dass die Lebensbedingungen unter dem kommunistischen Regime sehr viel schlechter waren, als im übrigen Deutschland. Die Versorgung war schlecht, Christen wurden unterdrückt und verfolgt, die Bevölkerung wurde enteignet.

Am 17. Juni 1953 kam es zu einem Volksaufstand, der die Wiedervereinigung Deutschlands forderte und freie Wahlen verlangte. Er wurde durch Soldaten und mit Hilfe von Panzern niedergeschlagen.

Nach diesem Ereignis nahm die Flüchtlingswelle erneut zu. Der Abgrund zwischen Ost und West wurde auch politisch immer deutlicher. Es kam z.B. 1957 zu einem verschärften Kampf gegen die Kirche und 1960 zur Zwangskollektivierung der Landwirtschaft.

Das SED-Regime schaute beunruhigt auf die Republikflucht ihrer Bürger. 1957 traf das Regime Maßnahmen und verschärfte die Gesetze. Das Verlassen des Staates wurde gesetzlich verboten und konnte mit Haftstrafen bis zu 3 Jahren geahndet werden.

Im August 1961 wurden die Sektorgrenzen abgeriegelt. Barrikaden wurden errichtet, Stacheldrähte gezogen und Türen und Fenster, die auf der Grenze standen, zugemauert. Die Sektorenübergänge, mit Ausnahme von 14 Punkten, wurden gesperrt. Der S- und U- Bahnverkehr wurde zwischen Ost- und West-Berlin dauerhaft unterbrochen.

Volkspolizei und sowjetische Kampfgruppen kontrollierten die Bevölkerung und wer sich wehrte, wurde festgenommen.

Da die Fluchtversuche trotzdem anhielten, begann man ca. eine Woche später mit dem Bau der Berliner Mauer. Ein Sicherheitssystem, das über die Jahre stets ausgebaut und modernisiert werden sollte, war errichtet.

Doch nicht nur Berlin war durch die Mauer von Westdeutschland abgetrennt. Auch andere ostdeutsche Bundesländer, wie Sachsen mit der Landeshauptstadt Dresden, waren durch die innerdeutsche Grenze betroffen.