Architektenwohnungen in Berlin
Welthauptstadt Germania
Die Pläne des deutschen Diktatoren Hitler sahen es vor, aus Berlin die neue Hauptstadt eines großen Reiches zu errichten. Dafür sollte Berlin den Namen Germania erhalten. Es war geplant, gigantische Festsäle und monumentale Bauwerke als Zeichen der immensen Größe aufzustellen. Alles sollte zeigen, wie mächtig das deutsche Reich sei. Die Hintergrundidee hinter diesem Vorhaben war das neuzeitliche Städtebild. In alten Zeiten gab es Tempel und Altäre, das antike Rom und Griechenland lassen grüßen. Gemäß deren Vorbild sollte Germania gestaltet werden.
Alles muss sich zur Halle des Volkes konzentrieren, in ihr würden Versammlungen stattfinden. Das Städtebild wurde taktisch klug geplant, Autobahnen sollten in der Innenstadt für zentrale Verkehrsanbindungen sorgen. Doch das ganze hatte seinen Preis: Über 50.000 Wohnungen hätten demontiert werden müssen, für die Einwohner ein Fiasko. Couchtische und weitere Einrichtungsgegenstände wären auf dem Müll gelandet, Umzugsdienste gab es damals in der heutigen Fülle noch nicht. Zudem wäre ein Großteil von jüdischen Wohnungen unter dieser Aktion betroffen gewesen. Jeder kann sich wohl selbst ausmalen, wie diese religiöse Minderheit behandelt worden wäre. Im Endeffekt kam es nicht so, da Hitler den Krieg verlor. Dies war auch gut für das städtische Bild, denn ansonsten hätte es einen totalen Umbau gegeben und die Propaganda hätte einen neuen Höhepunkt erreicht.
Nachkriegszeit
Der Krieg war verloren, die Menschen hatten kein Geld. Es galt, die Stadt wieder aufzubauen. Doch zuerst zählte Wasser und Brot, denn es ging um das nackte Überleben. Während die Siegermächte über die Aufteilung Berlins verhandelten, versuchten die Einwohner zu retten, was zu retten ist. Die Industrie war zwar von den Bomberangriffen nicht so stark betroffen, dafür aber viele Wohnungen. Diese mussten teilweise neu errichtet werden und das geschah auch so, schließlich gab es keine andere Alternative. Nachttische standen nach der Stunde Null frei auf den Straßen herum, alles war zerbombt. 10 Jahren später erinnert nichts mehr an solche schreckliche Bilder.
Es entstanden viele neue Häuser, die Gedächtniskirche wurde halb zerstört stehen gelassen. Das Brandenburger Tor hatte die Angriffe zwar überlebt, war jedoch stark beschädigt. Natürlich wurden von den Siegermächten alle Denkmale entfernt, die an Hitler erinnern. Nichts sollte den Führer rühmen, die Entnazifizierung hatte begonnen. Dies drückte sich auch in der Architektur aus. Während die damalige Sowjetunion den Osten Berlins übernahm, schnappten sich die anderen Siegermächte den Westen. Die Mahnmäler schreiben ein deutliches Bild der Situation. Im Westen wurden alle Nazis aus dem öffentlichen Dienst verbannt und größtenteils auch angeklagt. Natürlich konnte niemals alle Täter aufgespürt werden, aber man gab sein Bestes. Im Osten hingegen war die Verfolgung nicht so hoch, es sollte ein neuer kommunistischer Staat errichtet werden, der als Satellitenstaat fungieren sollte. Die DDR war geboren.
Heutige Situation
In der Zwischenzeit sind viele Erinnerungen an alte Zeiten verblasst, es sind viele neue Bauwerke entstanden. Während es im Vorstadium hauptsächlich um den Wiederaufbau ging, steht heute Luxus an erster Stelle. So werden am Fernsehturm teure Wohnungen errichtet, die alle einige Millionen Euro kosten. Wer nun glaubt, sie wären schwer zu vermitteln, der irrt. Schon Monate vor dem Bau waren diese verkauft, denn die Lage ist bestens gelegen und der Luxus alleine ist genug Werbung für sich selbst.
Die Stadt Berlin hat zwar kein Geld, aber es gibt genug reiche Menschen. In der Innenstadt stehen dennoch viele Wohnungen leer, sie sind eben zu nah an stark befahrenen Straßen gelegen. Diese Zimmer sind jedoch nicht so luxuriös, wie einige der Neubauten in letzter Zeit. Exklusive Sessel könnten so eine Wohnung verzieren, die einen Blick auf wichtige Sehenswürdigkeiten ermöglicht. Wäre die Location nicht in Berlin gelegen, hätten sie auch keinen teuren Preis. Die High Society rüstet auf und sparen ist dabei ein Fremdwort.